29.06.2018

PM: UNESCO Weltkulturerbe – Drei Beispiele aus dem Elsass: Die Humanisten Bibliothek in Sélestat, die Festungsanlage Vaubans in Neuf-Brisach und die Straßburger ‚La Neustadt’.

Im Elsass verbinden sich historische Bauwerke in Städten und Dörfern aber auch Burgen und Klöster mit Bauwerken zeitgenössischer Architektur. Zahlreiche historische Bauwerke sind in jeder Hinsicht so wertvoll, dass sie zum UNESCO Weltkulturerbe gehören. Drei bemerkenswerte Beispiele sollen stellvertretend präsentiert werden.

Die Humanisten Bibliothek - Bibliothèque Humaniste in Sélestat
Seit 23. Juni 2018 steht die Humanisten Bibliothek in Sélestat nach vierjährigem Umbau in einer modernen und neugestalteten Form Besuchern wieder offen. 2011 wurde die Bibliothèque Humaniste mit der beeindruckenden Sammlung Beatus Rhenanus zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt.
Im Schlettstadt des 15. Jahrhunderts war die Lateinschule beheimatet, zu deren herausragenden Köpfen während der oberrheinischen Renaissance der 1547 verstorbene Beatus Rhenanus gehört. Er vererbte der Stadt seine gesamte Bibliothek mit Briefen, Handschriften, Inkunablendrucken und ersten Buchdrucken. Sie bilden den unschätzbaren Grundstock einer wertvollen Sammlung von aktuell 7.000 Einzelbeständen. Während der Zeit, als das Elsass zum Deutschen Kaiserreich gehörte, verbrachte man die Sammlung in das ehemalige Kornhaus, das dann zur ‚Stadtbibliothek – Museum‘ ausgebaut wurde, wie der erhaltene Schriftzug der damaligen Zeit an der Frontseite des Gebäudes belegt.
Das Museum birgt wahre Schätze, die man interaktiv und auf spielerische Art und Weise durch die angebrachten deutschen Texte in der Dauerausstellung besichtigen und entdecken kann. Hervorzuheben sind ein liturgisches Lesebuch aus dem 7. Jahrhundert und damit das älteste im Elsass aufbewahrte Buch. Beeindruckend das Wunderbuch des Heiligen Fides (Foy) von Agen aus dem 11. – 14. Jahrhundert oder die Einführung in die Kosmographie des um 1470 in Wolfenweiler bei Freiburg geborenen Kartografen Martin Waldseemüllers, die den Namen ‚Amerika‘ für den neu entdeckten Erdteil zum ersten Mal schriftlich fasst.
Der Umbau der neuen Bibliothek, der insgesamt fast 15 Mio. Euro kostete, wurde dem renommierten Architekten Rudy Ricciotti anvertraut. Ein Besuch (auch Führungen in deutscher Sprache) beleuchtet das gemeinsame humanistische Erbe am Oberrhein in besonderer Weise.
Infos: Bibliothèque Humaniste, 1 Place Docteur Maurice Kubler, F - 67600 Sélestat, Tel +33 (0)3 88 58 07 20, contact@bibliotheque-humaniste.fr, www.bibliotheque-humaniste.fr
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Die Festungsanlage in Neuf-Brisach
Mit dem Ende des Dreißigjährigen Krieges fiel das Elsass in die Hand des französischen Königs. Durch den Vertrag von Ryswick 1697 mussten die von Frankreich eroberten Gebiete auf der anderen Rheinseite, wie um Freiburg und Breisach, an Österreich zurückgegeben werden. Der Rhein war zum ersten Mal eine politische Grenze geworden. Um diese Grenze zu sichern, beauftragte Ludwig XIV. Sebastien Le Prestre Vauban (1633 – 1707) mit dem Bau einer Festungsanlage. In der Ebene wurde Neuf-Brisach sternenförmig in einem symmetrischen Achteck und in der Mitte mit einem quadratischen militärischen Paradeplatz (Place d’Armes) angelegt. Der ‚Stern‘ wurde mit gestaffelten Verteidigungslinien ausgestattet, die als drittes System Vaubans bezeichnet werden. Dank dieser Anlage überstand die Stadt alle Belagerungen und auch weitgehend die Bombardierungen während des Zweiten Weltkriegs.
Von 1699 bis 1705 dauerten die Bauarbeiten – zu denen auf einem extra angelegten Kanal von Pfaffenheim Sandstein aus den Vogesen transportiert werden musste.
Im Stadttor ‚Porte de Belfort‘ ist das Musée Vauban untergebracht, das auch in deutscher Sprache das Leben und Werk des Baumeisters näher bringt, der sich von Freiburg bis Belfort, von Bayonne bis Lille durch Bauten verewigt hat. Als Meisterwerk einer barocken Militärstadt ist Neuf-Brisach seit 2008, wie weitere 12 Festungsanlagen in Frankreich, zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt worden. Auf einem beschilderten Rundweg durch das Festungssystem oder bei Kostüm-Führungen und sogar durch Hubschrauberflüge lässt sich das imposante Bauwerk entdecken.
Infos: Office de tourisme, 6, Place d`Armes, F - 68600 Neuf-Brisach, Tel + 33 (0) 3 89 72 56 66, info@tourisme-paysrhinbrisach.com, www.tourisme-paysrhinbrisach.com
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Strasbourg: La Neustadt
Das mittelalterliche Straßburg, um das im 12. Jahrhundert erbaute Münster herum, wurde bereits 1988 in die Liste zum UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen. Langjährige Diskussionen gab es um den Stellenwert des Stadtteils ‚Neustadt‘, denn er war in der Zeit erbaut worden, als das Elsass von 1870/71 bis 1918 zum deutschen Kaiserreich gehörte.
Kaiser Wilhelm II hegte, wie er auch mit der Errichtung der ‚Hochkönigsburg‘ / Haut-Koenigsbourg demonstrierte, die Idee, die deutsche ‚Herrschaft‘ im Elsass in Stein zu verewigen. Straßburg sollte als Hauptstadt des Reichslandes Elsass-Lothringen und als kaiserliche Modellstadt prägend nach Elsass-Lothringen und nach Frankreich hinein wirken. Zur Finanzierung wurden die Reparationszahlungen Frankreichs, die nach dem deutsch-französischen Krieg von 1871 fällig wurden, verwendet. Die wilhelminischen Bauten im Stil des Historismus wurden im neuen Stadtteil vom Straßburger Architekten Jean-Geoffroy Conrath und dem Berliner August Orth geschaffen. Städtebauliche Vorbilder waren Paris, Brüssel und Berlin. Mit den Baumaßnahmen wurde die Straßburger Bevölkerung um das Zweieinhalbfache vergrößert, die Fläche der Stadt wuchs um das Dreifache. Eine fast zwei Kilometer lange Allee verbindet den Kaiserplatz / heute: Place de la République mit der Universität. Zu der damals modernen Stadtanlage gehörten auch die Gestaltung und Einrichtung von Parks, ein botanischer Garten sowie städtische Badeanstalten und ein Konzerthaus. Die Wasserläufe der Ill wurden mit monumentalen Brücken überspannt – an den darunter liegenden Ufern schattige Wege zum Flanieren eingerichtet. Auch in Deutschland gab es diesen Gründerzeit-Bauboom, doch während des Zweiten Weltkriegs wurden diese Viertel zumeist zerstört. Strasbourg mit seine Prachtvillen aus jener Zeit blieb aber von einer Zerstörung verschont und die Gebäude des Historismus, des Neo-Barock oder des Jugendstils wurden nach der deutschen Ära erhalten und anderen Nutzungen zugeführt.
Auf drei Rundwegen lässt sich das Viertel, das sich nordöstlich an die Altstadt anschmiegt und seit Juli 2017 UNESCO Weltkulturerbe ist, individuell oder bei einer Führung entdecken.
Infos: Office de Tourisme, 17 place de la Cathédrale, F - 67082 Strasbourg Cedex, Tel +33 (0) 3 88 52 28 28, info@otstrasbourg.fr, www.otstrasbourg.fr/de/,
http://unesco.strasbourg.eu/
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