30.07.2020

18. Garten-Festival der ‚Jardins métissés‘ vom 7. Juni bis 11. Oktober 2020 im Parc de Wesserling

Die Märchen-Gärten von ‚Däumelinchen‘ nach Hans Christian Andersen
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PRESSEDOSSIER
18. Garten-Festival der ‚Jardins métissés‘ vom 7. Juni bis 11. Oktober 2020
Die Märchen-Gärten von ‚Däumelinchen‘ nach Hans Christian Andersen
Parc de Wesserling 68

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Eine Textilansiedlung mit Fabrikanlagen und Wohngebäuden des 19. Jahrhunderts

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EINFÜHRUNG
Der Park von Wesserling stellt mit seinem ‚Ecomusée‘, einer erhaltenen Textilansiedlung, eine außergewöhnliche kulturelle Einheit dar und gehört zu den touristischen Höhepunkten im Elsass. Wesserling liegt in 45 Minuten Entfernung von Mulhouse. Im wasserreichen Tal der Thur gelegen, ist er ein historisches Zeugnis jener fabelhaften Textilepoche, die Ende des 18. Jahrhunderts begann. Begründet als königliche Manufaktur spezialisierte man sich auf den Holzstoffdruck mit indisch-exotischen Motiven.
Die Anlagen wurden originalgetreu instand gesetzt. Unverwechselbar sind die unterschiedlichen Gartenanlagen, das kulturhistorische industrielle Erbe und das Textilmuseum. Zahlreiche Veranstaltungen finden das Jahr über statt. Künstler, Gewerbebetriebe, Geschäfte haben sich ebenfalls dort niedergelassen.
Der Parc von Wesserling besteht aus einer Ansammlung von instand gesetzten Industrieanlagen und solchen, die noch nicht restauriert sind und erlaubt damit einen unverstellten Blich auf die Textilgeschichte des Elsass.
Jahresthematik: Eine Ode an die Natur
Alljährlich verändert sich der Park mit einem wechselnden bunten Jahresthema bei Veranstaltungen und Ausstellungen. Die Natur bietet einen wahren Reichtum an Fauna, Flora, Farben, Düften, Schönheit und Poesie hervor dort werden auch Lebensmittel produziert.
Im Textilmuseum erfährt man zu Thema ‚Naturfasern‘ Erstaunliches zu Flachs / Leinen, Hanf und Brennnessel. In der riesigen Heizungsanlage breitet sich durch eine Installation die Natur aus und beim Garten-Festival steht Andersens Märchen ‚Däumelinchen‘ im Mittelpunkt.
Zugang zur riesigen Heizungsanlage

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Fünf gute Gründe, um sich im PARC VON WESSERLING ohne Einschränkung zu bewegen:

Ein großer Park von 42 Hektar, mit fünf unterschiedlich gestalteten Gärten auf ca. 10 Hektar (Gemüsegarten, barocke französische Gartenanlage, mediterrane Terrasse, englischer Park, Bauernhofgelände).
Entdeckung des kulturhistorischen textilen Erbes im Elsass mit seinen renovierten Fabrikanlagen
Unterstützung der heimischen Produktion auch aus dem Park, durch direkten Einkauf von Früchten und Gemüsen bei lokalen Produzenten – und von Bieren aus einer ansässigen Craft-Beer-Brauerei
Im Herzen der elsässischen Hochvogesen kann man reine und erfrischende Bergluft einatmen
Für einen unvergesslichen Tag in der Parkanlage mit der Familie oder Freunden findet man interessante Themen rund um das industrielle und textile Erbe.

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DIE GÄRTEN VON WESSERLING
Vorstellung der unterschiedlichen Gärten
Mit fünf Gärten, verteilt auf einer Fläche von insgesamt ca. 10 Hektar, ist die größte Parkanlage im Elsass als Historisches Denkmal klassifiziert. Ausschlaggebend sind:
• der beeindruckende Lehr-Gemüsegarten.
Nach und nach wurde der von den Unternehmen geförderte Garten im 18. und 19. Jahrhundert angelegt, der auf der Tradition der Bauerngärten im Tal beruht. Mit seiner geometrischen Struktur fügt sich der Gemüsegarten in das Gesamt-Konzept des Parks ein. Geschützt durch Hecken und Büsche sowie Steinmauern, bietet er den Besuchern den diskreten Charme einer speziellen Gartenanlage. Blumen und Gemüse, Kräuter und Beeren reflektieren in ihrer schmucken Anordnung die Textilmuster von Wesserling. Die Holzdrucke spiegeln die Blumenmotive, die Cordmuster jene der Rüben und Kohlrabi, die leichte Seide strahlt wie Schwarzkümmel, grob gewirkte Tücher ähneln dem Knollensellerie. Werkteile der Textilproduktion, wie übergroße Spulen, Nadeln, Stifte, Gitter wurden ihrer neuen Bestimmung den Bedürfnissen des Gartens ein- und angepasst. Der Gemüsegarten wird durch ein Arbeitslosenprojekt mit zehn Teilnehmern in Teil- und Vollzeit betreut, bis diese sich wieder in ein reguläres Arbeitsverhältnis eingliedern können. Die saisonalen Erzeugnisse des Gartens werden zum Verkauf angeboten.
• die exotisch anmutenden mediterranen Terrassen.
Neben dem zentral gelegenen Wasserbecken im französischen Garten steigen majestätisch Treppen zu einer Terrasse empor, die den Garten in ihrer beeindruckenden Form ergänzt und bereichert. Dort befinden sich zahlreiche klassische Pflanzen einer Orangerie, wie Zitrusfrüchte oder Oleander…

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• die Eleganz des französischen Barockgartens
Der französische Barockgarten wurde zu Anfang des 18. Jahrhunderts angelegt, zeitgleich mit dem Bau des Schlosses, dem er dadurch einen besonderen Glanz verleiht. Er entspricht in seinen Ausmaßen einer planvollen und strengen geometrischen Umsetzung und eröffnet dadurch ungewohnte Perspektiven.

• die Romantik des englischen Parks
In der Mitte des 19. Jahrhunderts ließen die Fabrikbesitzer große Bäume setzen, die aus Amerika gekommen waren, dem Ursprungsort der in Wesserling verarbeiteten Baumwolle. Bäume und Büsche, in freier Zusammensetzung angelegt als Haine oder kleine Wäldchen umgaben sie oder sie wurden solitär inmitten einer Grasfläche eingepflanzt und mit lokalen und exotischen Gehölzen ergänzt. Dort befindet sich auch der Barfuß-Park.
• die friedliche Ruhe auf dem Bauernhofgelände, einem idealen Platz für ein Picknick in freier Natur.
Ländlich liegt der Teil des Parks mit seinem Bauernhof im Schweizer Landhausstil und Stallungen inmitten der Natur. Er ist umgeben von Eichen, Buchen, Kastanien -

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DAS FESTIVAL DER ‚MISCHGÄRTEN‘ – ein unumgänglicher Treffpunkt im Elsass!
Das Konzept des Internationalen Festivals wird gestaltet von Landschaftsgärtnern, Künstlern und Designern, die auf Einladung des Parks die Herausforderung annehmen, phantasievolle temporäre Gärten anzulegen. Diese Gärten müssen den allgemeinen Vorgaben des Parks entsprechen, sie sollen deshalb zum Träumen anregen und gleichzeitig lehrreich und spielerisch-lebendig anmuten. Weit weg von einem Postkartenidyll können die Besucher zu Mitwirkenden werden. Der Garten verwandelt sich dabei in einen gesellig-partizipativen und märchenhaften Erlebnisraum.
Die Angebote während des Festivals: Führungen, Barfußpark, der außergewöhnliche und pädagogisch angelegte Gemüsegarten, Entdeckungstouren für Kinder mit dem Führer von ‚Héridou‘, Bezaubernde Feen-Nächte, Kostümpräsentationen im Textil-Museum, Besichtigung der riesigen Heizungs-Anlage

EINE KÜNSTLERISCHE, INNOVATIVE, TRADITIONELLE UND UMWELTBEWUSSTE VERANSTALTUNG
Die Aussagekraft der verwobenen ‚Mischgärten‘ ruht auf drei Pfeilern:
DAS THEMA
2020 wird das Jahresmotto bestimmt durch das bekannte Andersen-Märchen ‚Däumelinchen‘
‚VERWOBENE‘ GÄRTEN
Der Reiz der Gärten besteht in der künstlerischen Gestaltung der Gärten aus Textilien, Blumen, Früchten und Gemüsen
DIE ERFAHRBAREN GÄRTEN
Lebendig, bewohnbar und lehrreich sind die Gärten von den Gestaltern angelegt, die dem Park alljährlich ein neues Aussehen verschaffen. Obwohl die Instandsetzung der Anlagen sonst immer getreu dem historischen Vorbild entsprochen hat, öffnet sich das Festival immer im Kontrast zu den bestehenden Gartenanlagen hin zur zeitgenössischen Darstellungen und zu Experimenten mit unterschiedlichsten Materialien.
Jedes Jahr findet der Parc ein neues Jahresthema, das eine neue Farbenpracht in die Ausstellungen und Veranstaltungen bringt. Die Natur bietet dazu ihren unerschöpflichen Reichtum der Fauna, Flora, an Farben, Düften, ihrer Schönheit und Poesie – und nicht zuletzt ihrer produzierten Lebensmittel. Und warum sollte man dies alles gerade aktuell nicht zur Geltung bringen?
Dieses Jahr steht das berühmte Märchen ‚Däumelinchen‘ von Andersen im Mittelpunkt.

„Däumelinchen, ein kleines Mädchen, das nicht größer als ein Daumen war, wurde in einer Blume geboren. Reizend und anmutig wird sie nach und nach von einer hässlichen Kröte und einem großen Maikäfer auf ihrer Reise mitgenommen“

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DÄUMELINCHEN IM PARC DE WESSERLING: VORSTELLUNG DER DESIGNER
Photo / Logo
Mit ineinandergeflochtenem Buschwerk erweckt das ‚Atelier La Loupiote‘ die Orte zum Leben, in denen Däumelinchen ihre Abenteuer erlebt, diese sind ein Waldrand, der Wald und ein Weizenfeld. Der Parcours beginnt am Waldrand zwischen riesig erscheinenden Margeriten und damit dort, wo die Kröte Däumelinchen verlässt. Gemäß Däumelinchens Vorstellung verläuft der Weg durch den ‚Gartenwald‘, wo sie den Sommer und Herbst verbringt. Dort lebt sie in vollständiger Harmonie mit der Natur, die sie stundenlang aufmerksam beobachtet. Dann führt der Weg durch eine wunderbar erhellte Lichtung, die inmitten von Alkoven und Weiden zu einem besinnlichen Halt einlädt. Schließlich gelangt man auf das Feld und entdeckt den Lebensraum, den Däumelinchen mit der Maus teilt. Doch gegen Ende des Winters gelangt sie wieder in das Freie – und wer weiß, vielleicht begegnet man der Maus?
DESIGNER-TEAM
Emmanuelle CROSSET-MEYER gründete das ‚Atelier Loupiote‘ und arbeitet im Bereich der Szenografie und als Inneneinrichterin. Thomas CROSSET ist Schreiner und Zimmermann im Ökobau, der gerade eine Ausbildung zum Bergführer absolviert.

Photo / Logo
Beim ‚Der Tunnel des Herrn Maulwurf‘ benützt Vanly Tiene das von ihm bevorzugte Material aus 1.500 Rebstöcken, um eine einladende und mäandernde Struktur zu erschaffen, die das Dunkle eines Maulwurfgangs erlebbar macht. Dort leben der Maulwurf und Däumelinchen. Der Tunnel ist ergänzt durch Efeugewächse und Lianen. Doch man kann beruhigt sein, das Leben in der Dunkelheit geht für Däumelinchen gut aus, denn das Schicksal ändert sich, als sie die Schwalbe in wärmere Gefilde mitnimmt. Die Besucher können in der Enge und Dunkelheit die Erfahrung von Däumelinchen nachvollziehen, aber auch gleichzeitig den Schatten genießen, wenn die Sonne erbarmungslos auf das Weizenfeld scheinen sollte.
DESIGNER
VANLY TIENE stammt von der Elfenbeinküste und ist ausgebildeter Kunstlehrer, aber auch Bildhauer und Maler. 1978 in Abidjan geboren, durchlief er seine Ausbildung in seiner Heimat, In Frankreich studiert er neben seiner künstlerischen Tätigkeit auf der Kunsthochschule in Besançon (ISBA).

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Unter dem Titel ‚Was wir säen‘ hat sich ein Team aus der Vereinigung ‚Minztee‘ zusammengeschlossen und führt auf den Weg der Liebesreise von Däumelinchen, die den bevorstehenden Winter ihrer sommerlichen Hochzeit gegenüberstellt. Die Besucher sollen sich wie ein Samenkorn im Wind treiben lassen, um vom Nest, wo Däumelinchen überwintern und sich umgeben von einer traurigen und gedämpften Landschaft gedulden musste, inspirieren zu lassen. Die lebensfeindliche Umgebung ist bestimmt durch gebrechliche Silhouetten und zeigt sich wie unter einem nebligen Schirm.
Die Monate ziehen sich endlos dahin, man baut sich, Ästchen sammelnd, sein eigenes Nest und lernt in der Kunst des Origami einen Vogel zu falten, der einen in einladendere Regionen führt. Dieser Vogel ist niemand anderer als die Schwalbe, die zu den Wolken am Himmel aufsteigt, ein Symbol, um über die enge Begrenzung hinweg zu kommen. Ist der Winter vorüber, taucht man ein in einen Ozean lebendiger Farben, die die Pupillen weiten und alle Sinne ansprechen. In dieser bukolischen Landschaft ist ein Spinnennetz in eine Blume eingewoben, eine der Schlüsselszenen in der Geschichte. Was kann alles unter den Blütenblättern passieren?
DESIGNER
Die beiden Landschafts-Gärtnerinnen und -Gestalterinnen HÉLÈNE LE CAM und FLORA VALENTIN gehören zur Vereinigung ‚Thé à la Menthe‘ (Minztee), die sich aus jungen, neugierigen und phantasiebegabten Landschaftsgärtnern zusammensetzt. Gemeinsam liegt ihnen am Herzen, die Landschaft und Flora experimentierfreudig in spielerischer, pädagogischer und poetischer Hinsicht aufzuwerten Schlussendlich wollen sie den Besucher dazu bringen, sich an der Erfahrung der Gartengestaltung zu beteiligen.

Photo / Logo
Die Schneider-Spinne ist eine Spinne, die die geschädigte Umwelt neu zusammenwebt.
Im Hinblick auf Andersens Märchen ist dieser Garten vor allem eine Wertschätzung für die Natur und ihre Ressourcen, die sie dem Menschen gerade im Hinblick auf aktuelle Herausforderungen bietet. Der Besucher ist dazu eingeladen, über einen Weg zu wandeln, der mit ökologischen ‚Tücken‘ gespickt ist und soll dabei die Zusammenhänge zwischen den aktuellen ökologischen Herausforderungen und den naturverträglichen Lösungen erkennen. Dieser Garten führt das Märchen in einem zeitgenössischen Rahmen fort. Die schreckliche Spinne wird Teil der Lösung. Vom Ufer an Land geworfen und verfolgt von zahlreichen Verehrern muss Däumelinchen für sich ein Brautkleid für ihre Hochzeit weben, doch ihren zukünftigen Ehemann kennt sie noch nicht. Die Maus verlangt deshalb von Spinnen, Däumelinchen zu helfen. Der Garten stellt die halb spinnenartige, halb maschinengeprägte Wiederherstellung der Natur durch eine ökologische und naturnahe Lösung dar. Die Lianen filtern die Luft, die Röhren verdecken das schädliche CO2 und die Lianen präsentieren pädagogisch eine neue Symbiose zwischen dem Menschen und der Natur.
DESIGNER-TEAM
PHYTORESTORE ist eine auf ökologische Landschaftsgestaltung ausgerichtete Agentur, die von THIERRY JACQUET (Institut Nationale d’Horticulture), Mitglied der Vereinigung der Landschaftsplaner ‚Fédération Française du Paysage‘ gegründet wurde. Das multidisziplinäre Büro beschäftigt sich mit Stadtplanung, Landschaftsarchitektur und ökologischem Ingenieurswesen und steht für Ausblicke auf innovative und umfassende Visionen in Bezug auf aktuelle landschaftsplanerische Aspekte.

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Die gesamte Reise von Däumelinchen kann man bei einem Spiel mit riesigen Würfeln entdecken. Das Spiel, ähnlich wie ‚Mensch-ärgere-dich nicht‘ ist spiralförmig angelegt. Der Verlauf des Märchens von der Geburt Däumelinchens in einer Tulpe bis zum Ende bei ihrer Ankunft im ‚Blumenland‘ und dem Zusammentreffen mit dem charmanten Prinzen, dem König der Blumen, kann dabei erlebt werden. Ständig kommt es dabei zum Kampf zwischen ihr wohlgesonnenen Personen, die Däumelinchen aus schwierigen Situationen befreien und den Bösewichten, die versuchen ihren Weg aufzuhalten. Diese Konstellation schlägt sich in den Spielregeln nieder. Heimtückische Fallen oder hilfreiche Tipps begleiten den Weg. Man muss ich vor der Kröte, dem Maikäfer und dem Maulwurf sowie dem Winter in Acht nehmen und auf die guten Ratschläge der Fische, der Maus und der Schwalbe hören. Von oben betrachtet wechseln sich angenehme Aufenthaltsorte mit positiver Energie, Bewegung und Leben in frischer Luft und im klaren Wasser ab mit feindseligen und furchteinflößenden negativen Energien der Erde, die schlussendlich den Tod darstellen.
DESIGNER-TEAM
POP UP steht für ‚Origineller Landschafts-Vorschlag (Proposition Originale de Paysage) und besteht aus einem Zusammenschluss ehemaliger Absolventen im Fach Landschaftsarchitektur der Uni Gembloux / Belgien. Die Vereinigung hat das Ziel, ehemalige Studenten zusammenzubringen, um gemeinsam an sinnvollen Projekten zu arbeite, die den Menschen mit seiner Umwelt verbinden.

Photo / Logo
Im Mittelpunkt steht eine Umsetzung der poetischen Natur-Vision von Andersen, die das Weizenfeld über das gesamte Jahr darstellt. Wie das kleine Däumelinchen sieht man das ‚kaleidoskopische Weizenfeld‘ überdimensioniert vor sich. Spielerisch und lehrreich zugleich wird der Besucher animiert, das Feld von unterschiedlichen Standpunkten aus zu betrachten – bei jedem Schritt ergeben sich, wie beim Blick durch ein Kaleidoskop, neue Perspektiven, Form- und Farbkonstellationen. Umgesetzt wurde die Installation mit Naturmaterialien wie Bambus und Filzwolle. Sie besteht aus 36 unterschiedlich hohen und quadratisch angeordneten Bambusstangen. Um die Ähren darzustellen, trägt jede Stange sechs unterschiedliche und miteinander verbundene Wollfilze.
DESIGNERIN
CAMILLE ROUSSEL besuchte die Kunst-Hochschule in Paris zur Ausbildung als Designerin und Künstlerin. 2011 gründete sie ihr Design- und Einrichtungsstudio und entwickelte dazu eine gleichnamige Marke. Von 2014 – 2018 arbeitet sie in den berühmten ‚Ateliers de Paris‘.

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Photo / Logo
Marie-Louise Van Den Akker benutzt für ihre Installationen oft den Werkstoff Holz, manchmal in Kombination mit Glas oder Kupfer. Es ist ihr eine ständige Herausforderung, die Installation in ihre Umwelt zu integrieren, um den Blick des Betrachters mehr auf die diese zu lenken. Bei ihrem ‚Samenkorn‘ oder treffender den Getreidehüllen sind diese überdimensioniert dargestellt. Sie erhielten erfinderisch Formen, die kleinen Tresoren ähneln. Im Allgemeinen sind sie klein und leicht zu übersehen, besitzen aber eine wichtige Funktion im Ökosystem. Um ihre wertvolle Bedeutung zu unterstreichen wurden sie übergroß dargestellt. Gleichzeitig sieht man nicht das Samenkorn, sondern nur die Schalen, denn die Samen sind bereits ausgesät. Sie wurden irgendwo, wie man sich ausmalen kann, vielleicht schon zu Pflanzen oder Bäumen.
DESIGNERIN
1993 absolvierte die Niederländerin MARIE-LOUISE VAN DEN AKKER die Kunsthochschule in Breda. 2001 zog sie in die Creuse / Frankreich und gründete mit dem Bildhauer ROB KIRKELS das Atelier ‚Heckenrose‘. Ihr Künstlerdasein verbindet sie mit einer Lehrtätigkeit für Malerei und Kunst-Therapie.

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INDUSTRIELLES ERBE
Der ländliche Raum diente anfangs des 19. Jahrhunderts als geeignetes Gebiet, um dort kleine Industrie-Ansiedlungen samt Unterkünften einzurichten. Diese geschichtsträchtigen Arbeits- und Wohn-Siedlungen wurden krisenbedingt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufgegeben und verfielen zusehends.
Der ‚Parc de Wesserling‘ besteht aus einer dieser ehemaligen Industrie-Ansiedlung auf einer Fläche von 42 Hektar, mit einem Schloss, Gärten, Villen, Häusern und einem Bauernhof. Alleine 60.000 m² nehmen ehemalige Fabrikanlagen aus unterschiedlichen Epochen ein. Heute steht das Gelände beispielhaft für ein gelungene Umwandlung in eine kultur-touristische Attraktion.
DIE GROSSE HEIZUNGSANLAGE
Diese Anlage produzierte Strom, Dampf und heißes Wasser für das gesamte Gebäudeensemble. Erst 2003 wurde sie geschlossen, um ab 2015 als besonderer Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst geöffnet zu werden. Bei einer Führung kann man die beeindruckende und einst noch mit Kohlen beheizte Anlage erkunden.
Ein Besuch durch die Jahreszeiten im einzigartigen Rahmen der großen Heizungsanlage
Dieses Jahr wurde die Anlage durch eine spezielle Geräuschkulisse und Lichteffekte wieder künstlerisch in den Naturkreislauf integriert. Diese Rück-Eroberung verleiht den postindustriellen Räumen ein neues Leben, so wie wenn diese große Heizungsanlage niemals von Menschen betrieben, gerettet, erhalten und zu anderen Zwecken nutzbar worden wäre.
Zur Geltung kommen dabei Pflanzen aller Art, Schlinggewächse und Gräser, die mit sogenannten ‚Unkräutern‘ zusammen treffen, die aus Wolle und Textilien hergestellt wurden. Aus Stoffen wurden ebenso Insekten, Vögel, Ameisen, Käfer und andere nützliche Insekten geformt.
Umsetzung: Alexandra Seile
Besuch der Heizungsanlage um 15.00 Uhr, im Eintrittspreis eingeschlossen, unter Einhaltung der Hygienebestimmungen

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INDUSTRIELLES ERBE
ENTDECKUNG DES INDUSTRIELLEN ERBES
Auf einem ausgeschilderten zwei Kilometer langen Weg kann man die Gebäude aus allen Epochen auf dem Gelände kennenlernen. Einige wurden instandgesetzt, wie der Bauernhof (Schweizer Landhausstil) mit Pferde- und Kuhstall, das Wasserschloss, das Bauernhofgelände… Entlang des Weges stehen aber auch noch Gebäude in ihrem Originalzustand, bis jetzt als stumme Zeugen ihrer industriellen Vergangenheit, so die Weberei, der Gasometer, die kleine Heizungsanlage. Man gelangt aber auch an instandgesetzte Häuser eines Gewerbeparks, in denen sich lokale Kleinunternehmen ansiedeln konnten, die dem Gelände eine zusätzliche Attraktivität verleihen. Der Weg ist überall frei zugänglich.

Industriebrache Die große Heizungsanlage
Textil-Museum Gewerbepark
Schlossanlage Wesserling Wohnanlage am ehemaligen Standort der Textilfabrik

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TEXTIL-MUSEUM
Das Textil-Museum ist im Gebäude der ehemaligen Holzstoffdruck-Fabrikation mit fünf Ausstellungsbereichen untergebracht. Ein Bereich stellt die historische Entwicklung von Wesserling dar, wo die unterschiedlichen Berufe im Textilbereich anschaulich gezeigt werden. Weiter kann man die Herstellung der Indienne-Stoffe vom Spinnen, Weben, der Gravur der Holzstempel bis zum Stoffdruck verfolgen. Neben dieser Dauerausstellung bietet das weiträumige Gebäude die Möglichkeit zu themenorientierten Wechselausstellungen.
DAUERAUSSTELLUNG: WESSERLINGS TEXTILGESCHICHTE
In diesem Ausstellungsbereich wird die 250 Jahre dauernde fabelhafte und bestimmende Epoche der Baumwollherstellung, des Stoffdrucks und der jeweiligen Eigentümer Wesserlings dargestellt. Die Industrieansiedlung umfasste 70 Hektar Fläche, wovon 17 Hektar Parks und Gärten waren, 24 Hektar Fabrikfläche und 30 Hektar Wiesen- und Waldflächen. Weltweit wurde die hiesige Indienne-Produktion geschätzt; 5.000 Arbeitskräfte fanden um 1900 eine Beschäftigung. Die ehemalige und renommierte Manufaktur wurde 1762 in einem von Gärten umgebenen Jagdschloss gegründet, das den Fürstäbten von Murbach gehörte und 1789 zur königlichen Manufaktur wurde. Zu jener Zeit war Wesserling die wichtigste Manufaktur Frankreichs bei der Herstellung von Indienne-Stoff-Drucken.
In den 1980er Jahren wurde der Untergang der französischen Textilproduktion eingeläutet, da man nicht mehr konkurrenz- und investitionsfähig war. Ab dem Jahr 2000 ging es in der hiesigen Textilproduktion stetig bergab, was 2003 zur Schließung führte.
Das Textil-Museum macht es sich zur Aufgabe, die damalige Handwerkskunst (Spinnen, Weben, Farbherstellung, Musterentwürfe, Holzstoffdruck…) rund um die Textilindustrie vom Ende des 18. bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts lebendig und authentisch darzustellen.
Während einer unterhaltsamen und lehrreichen Kostümführung lässt
sich die alte Handwerkskunst entdecken.

Vorführung des Stoffdrucks mit Holzmodel bei einer Kostümführung (16.00 Uhr), im Eintrittspreis eingeschlossen, unter Einhaltung der Hygienebestimmungen

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TEXTIL-MUSEUM
NATURFASERN EINST UND IHRE ZUKUNFTSCHANCEN
Leinen, Hanf, Brennnessel… in diesem Ausstellungsbereich kann man die Geschichte der Naturfasern von der Antike bis in die heutige Zeit entdecken, wo sie wieder auf gestiegenes Interesse stoßen. Leinen wurde bereits 36 Tausend Jahre vor unserer Zeitrechnung verwendet.
Nach einer Einführung (Texte, Bilder, Videos) in das Thema der Naturfasern folgt eine Präsentation von außergewöhnlichen Kleidern und Accessoires aus dem 19. und 20. Jahrhundert sowie von zeitgenössischen Kleidungsstücken, die im Elsass aus Leinen und Hanf gefertigt werden. Gleichzeitig bekommt man einen Überblick über die gegenwärtige Verwendung dieser Pflanzen im Alltag.
Die Weberei Emanuel Lang / Hirsingue stellt ihre Ausstellung mit dem Titel ‚Leinen – vom Anbau bis zur Verarbeitung‘ zur Verfügung, in der anhand von Arbeitsgeräten die gesamten Produktions- und Verarbeitungsschritte gezeigt werden. Frankreich ist mit einer Anbaufläche von 100.000 Hektar weltweit größter Leinenproduzent. 80% der Produktion werden jedoch als unverarbeiteter Rohstoff nach China exportiert, da es in Frankreich keinerlei Verarbeitungsfirma mehr gibt. Verarbeitet wird Leinenstoff dann wieder importiert. Um diesem Paradox zu begegne hat die Firma Velcorex, die von Pierre Schmitt geleitet wird, innerhalb der Weberei Lang wieder eine Leinen-Spinnerei installiert.
Als erste Künstlerin bereichert Juliette Vergne die Ausstellung. Sie ist Textil-Diplomdesignerin der Kunstakademie in Lyon. Sie ist spezialisiert auf den Einsatz natürlicher Farbstoffe und den Siebdruck. Ihre speziell angefertigten Werke zur Ausstellung ‚Herbarium‘ illustrieren die in der Natur vorzufindende Architektur der Pflanzen.
Die zweite Künstlerin, die eingeladen wurde, ist Élisabeth Heim, sie kommt aus Blois und ist Spezialistin der aus Japan stammende Kunst des Oshibana (Blumenpressens), die sie mithilfe einer eigens entwickelten Technik betreibt. Die Blumen werden nach dem Pflücken unter einer Presse getrocknet und dann kunstvoll zu Szenen und Bildern arrangiert und zusammengesetzt.
Im oberen Stock kann man den Naturfasern interaktiv ganz nahe kommen, dort gibt es Stoffe und Gewebe aus Hanf, Baumwoll- und Leinen-Ballen zum Anfassen.

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TEXTIL-MUSEUM
INDIEN UND DIE INDIENNE-STOFFE
Die Ausstellung zu den Indienne-Stoffen ist in Wesserling genau richtig angesiedelt, denn hier war man auf die besondere Technik des ‚indischen‘ Stoffdrucks spezialisiert. Es handelt sich dabei um Kattungewebe / Baumwolle, das mit der aus Indien stammenden Färbetechnik bemalt oder bedruckt wurde. Die Baumwollstoffe wurden dabei meist mit exotischen Motiven in leuchtenden Farben bedruckt.
Die Ausstellung zu Indien und den Indienne-Stoffen ist eindrücklich und informativ, erfährt man doch Einiges über Indien und seine kulturelle Vielfalt. Bei der Reise in den Subkontinent steht vor allem die reiche Geschichte zu Stoffen und Textilien im Vordergrund und besonders deren Technik der Bearbeitung. Aus Indien kamen die Technik des Stoffdrucks mit Holzmodeln, das batikähnliche Färben, das Sticken, das Weben, die Ikat-Webtechnik und der Kalamkari-Handdruck…
Zahlreiche indische Gebräuche werden dargestellt, wie die Kolams, die aus Reismehl gefertigten Mandala-Muster im Hauseingang, aber auch Tanz- und Hochzeits-Gewänder, Kinderkleider, Schals, Teppiche und indische Gewürze, so wie weitere überraschende Details.
STRICK - HÄKELGARNHERSTELLER DMC – ‚L’ART DU FIL‘
Innerhalb der Ausstellung kann man die zahlreichen Stickvorlagen der elsässischen Firma DMC / Mulhouse bewundern. Während zwei Jahrhunderten stellte die Firma DMC diese künstlerisch hochwertigen Vorlagen her, die heute in den Städtischen Archiven von Mulhouse aufbewahrt werden. Die schönsten und ansprechendsten Vorlagen und deren farbenfrohe Umsetzungen wurden für diese Ausstellung ausgesucht. Gleichzeitig kann man in die 1746 von Jean-Henri Dollfus gegründete Firmengeschichte eintauchen und dabei in die Entwicklung der Faden- und Garnherstellung. Faszinierend wie aus einem simplen Faden ein Kunstwerk entstehen kann.
EXPEDITION JULES VERNE
Ein Labyrinth entführt in pädagogischer Absicht in die fantastische Welt von Jules Verne und lässt dabei Schlüsselmomente seiner Biographie entdecken, dazu gehören die industrielle Revolution, die bahnbrechenden Erfindungen jener Zeit, die ihn zu seinen phantastischen und imaginären Reisen inspirierten.
In Frankreich war das 19. Jahrhundert durch wissenschaftlichen Fortschritt, Entdeckungen und die Industrialisierung gekennzeichnet. Jules Verne zieht als markante Figur jener Epoche seine Inspirationen aus den damaligen Umwälzungen, um seine Werke zu verfassen. In seiner Nachfolge hat sich Georges Méliès, der Pionier des Science-Fiction-Kinos von den futuristischen Abenteuern begeistern lassen, um mehrere seiner Filme zu drehen.
Mehr als ein Jahrhundert später bereichert sich eine literarische und künstlerische Bewegung an diesen umwälzenden Gedanken des 19. Jahrhunderts und verwendet sie, um Jules Verne und die Zukunft von heute aus neu zu erfinden: Es handelt sich um die Bewegung und das Kunstgenre des Steampunks. Die Ausstellung zeigt die verschiedenen Einflüsse auf diese Bewegung des Retro-Futurismus.

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WICHTIGE DATEN
60.000 Besucher 2019
41 Hektar Fläche
10 Hektar Gärten
18. Garten-Festival
24 Jahre jung
5 Textil-Ausstellungen
4 zeitweilige Gärten
4 künstlerische Installationen
16 Fotos
1 Barfuß-Park
3 Einkehrmöglichkeiten



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PRAKTISCHE INFORMATIONEN
Nebensaison* Hauptsaison*
EINTRITT
Erwachsene
Kinder zwischen 4 und 17 Jahren
Unter 4 Jahren frei
Familienpass

ÖFFNUNGSZEITEN
Nur Textilmuseum von 13 – 18.00 Uhr
• Während der Abendöffnungen bis 23.30 Uhr
• Winteröffnung (Weihnachten im Park)
• Ostern Öffnung der Gärten bis 13.00 Uhr

ANREISE
Zug: Bahnhof Wesserling in 200 Metern Entfernung
Auto: Via Autobahn A 35 Mulhouse, RN 66 bis Thann, Richtung Epinal

carte
Richtung Strasbourg
Deutschland
Schweiz
Basel
Vogesen
Elsass


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Eingang
Textil-Museum Eingang
Eingang zu den Gärten

GÄRTEN
A Gemüsegarten
B Gemüse-Verkauf
C Französischer Garten
D Mediterrane Terrassen
E Englischer Park
F Bauernhofgelände
Barfuß-Park

KULTURELLES ERBE
G Schloss
H Heizungsanlage
I Industriebrachen
J Historischer Bauernhof
K Ställe
L Kapelle
Rundgang ab Museum

TEXTILE HIGHLIGHTS
M Textil Museum
N Textilgeschäft

WEITERE ANZIEHUNGSPUNKTE
O Bauernhofmarkt
P Kreativ – Bereich
Q Supermarkt
R Restaurant L’Orée du Parc
S Fabrik
T Taschentheater

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Lageplan
Kostenpflichtig
Dienstleistungen
Restaurants
Toiletten
Geschäfte

Cafés / Getränkestände
Informationen
Parkplätze

Busparkplätze und Behindertenparkplätze

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HYGIENEREGELN ZU CORONA
Der ‚Parc de Wesserling‘ hat seit 7. Juni geöffnet und sich verpflichtet, alle vorgeschrieben Regeln hinsichtlich seiner Besucher auf dem gesamten Gelände umzusetzen.
Der Parc erlaubt den Besuchern sich ungezwungen und mit Abstand zu bewegen und gewährleistet dadurch optimalen Schutz
Eine unübersehbare Beschilderung weist auf die Sicherheitsregeln hin
Ein zuständiger Mitarbeiter überwacht die Einhaltung der Hygieneregeln
Im Eingangsbereich bestehen strikte Maßnahmen zur Einlasskontrolle
Im Parkbereich gilt bei ungehinderter Bewegung die Abstandsregel
Um Querungen von Besuchern zu vermeiden, gibt es im Museum und der Heizanlage vorgezeichnete Wegstrecken. Das Tragen von Schutzmasken ist obligatorisch
In den Geschäften gelten die Regeln für den Verkauf in geschlossenen Räumen, zwischen den Regalen besteht genügend Platz, Desinfektionsmittel ist am Eingang sowie Ausgang vorhanden.

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Kontakt
F – 68470 Husseren-Wesserling
+ 33 3 89 38 28 08
Presse-Kontakt
+ 33 3 6 11 84 89 20

Pressekontakt:

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