Zweiter Tag: Basel, Rheinfelden, Bad Säckingen, Habsburg, Lenzburg, Königsfelden



Die Stammburg der Habsburger liegt im Aargau Vom Vogel Greif zur Stammburg des Doppeladlers

BASEL
Basel Tourismus, Aeschenvorstadt 36, CH 4010 Basel, + 41 (0) 61 2686868, info@basel.com, www.basel.com

Endlich ging uns heute die Sonne auf, zarte Nebelschleier bedeckten die Sundgauberge – nach einem frühen Frühstück mit anregender Unterhaltung, gings Richtung Basel und ab in den Pendlerstau, Tausende Elsässer scheinen sich auf den Weg zu Basels Arbeitsplätzen zu machen. Grenzen werden hier alltäglich überwunden. Vor dem Münster, einer kaiserlichen Stiftung und deshalb wie eine Burg auf einem Hügel angelegt, treffen wir auf die Stadtführerin Sandra Marelli, die uns in Kürze von 1 ½ Stunden ein paar Geheimtipps aus Basel zeigen kann.

Den Habsburgern ist es trotz Belagerung der St. Johannvorstadt nicht gelungen, die Stadt in ihren Besitz zu bringen, sie hätte sich als Hauptstadt ihrer Vorlande glänzend in geeignet! Doch der spätere Doppeladler und der Vogel Greif blieben sich fremd. Das Basler Wappentier, so die Legende, entsteht, wenn ein Hahn ein Ei auf einem Misthaufen legt und eine Kröte es ausbrütete – ziemlich kompliziert – das Tier ist zudem mit einem bösen Blick gesegnet. Man muss ihm einen Spiegel vorhalten, um es versteinern zu lassen.
Das zu Habsburg gehörende bzw. verpfändete Kleinbasel wurde von den Baslern 1392 ausgelöst, erst seitdem ist die Stadt eine Einheit. Religiös blieb Kleinbasel aber dem Bistum Konstanz zugehörig!

Im Münster, das wie viele Häuser und Gebäude in Basel nach dem riesigen Erdbeben von 1356, neu angelegt oder auf ein bestimmtes Niveau angehoben werden mussten, befindet sich die Grablege von Rudolfs Frau Gertrud Anna von Hohenberg 1281 – allerdings nur die steinerne Hülle.
Rudolfs I Grab befindet sich seit seinem Tod 1291 in Speyer.

Wir schlendern durch die Gassen des Heubergs, kommen zum Teufelhof (der seinen Namen nach der Kasperlefigur und seinen theaterspielenden Gründern erhielt, und steigen über zahlreiche Treppen bis zu den Überresten der alten Stadtmauer herab, kommen zu Lohnhof mit seinen immer noch als Überbleibsel der Nacht wabernden süßlichen Hasch-Schwaden, einem ehemaligen Kloster, das zuerst in ein Gefängnis (wo ist der Unterschied?) und dann in ein Musikmuseum und in ein Hotel umgewandelt wurde. Es heisst ‚au violon’, ein Ausdruck, der bei den französischen Nachbarn, die ‚gesiebte’ Luft zum Ausdruck bringt!

Über den geschäftigen Markt hinweg schauen wir auf das von Roman Faesch erbaute Rathaus, das im 17. Jahrhundert mit Malereien und im 19. Jahrhundert im historisierenden Baustil erweitert wurde.

Basel ohne Tingeley geht nicht – den Steineberg hatten die kunstbeflissenen Basler einst zur Kulturmeile erhoben und ein prächtiges Theater erbaut, das marode geworden, gesprengt wurde. Der Künstler suchte in den Trümmern nach Überresten und schuf aus dem Souffleurkasten und anderen Elementen seinen berühmten Brunnen, der genau dort sein munteres sinnloses / sinnvolles Wesen treibt, wo einst die Bühne des Theaters gestanden hatte.

Das erweiterte Kunstmuseum zeigt seine helle Backsteinfront in der in einem dunkleren Streifen die aktuellen Ausstellungen per kleinen Leuchten angezeigt werden – der Zugang erfolgt unterirdisch über das bisherige Gebäude.

Hatte man früher mit Gebäuden wie einem Münster Eindruck zu schinden versucht, gelingt das heute mit himmelsstürmenden Bauten von Herzog + de Meuron, zu dem bestehendem Gebäude mit 178 m Höhe wird sich bald ein zweites mit 205 m Höhe gesellen.

Nicht weit vom Hotel Les 3 Rois befindet sich der Seidenhof, indem ein Relief Rudolfs vorhanden ist – die Türe blieb uns in dem Privathaus allerdings verschlossen, unbekümmert flanierten wir hingegen durch das Rathaus, den Regierungssitz der Stadt und des Kantons Basel-Stadt hindurch...
Aber das Les Trois Rois zählte auch Habsburger zu den Gästen: Kaiser Joseph II (1765 – 1790) reiste inkognito als Graf von Falkenstein hier an – der leutselige Erzherzog Eugen von Habsburg (1863 – 1954) war nach seiner erzwungenen Abdankung von 1919 – 1934 hier Dauergast. ( Vgl. Maximilian Triet, Anne Nagel, Michael Leuenberger, Les Trois Rois – Einblicke in die Geschichte, Basel 2006).
Viel gäbe es noch zu berichten von der Chemie- und Fasnetstadt, doch wie die Drei Könige machen wir uns wieder auf die Reise


RHEINFELDEN
(Tourismus Rheinfelden, Marktgasse 16, CH – 4310 Rheinfelden, + 41 (0) 61 835 5200, tourismus@rheinfelden.ch, www.tourismus-rheinfelden.ch)

Die Brücke hinüber aus dem schweizerischen in das badische Rheinfelden ist für den Autoverkehr gesperrt, doch per Rad und zu Fuß schleppen die Schweizer Kunden ihre Einkäufe samt abgestempeltem Mehrwertsteuerformular über den Rhein...
Fast 500 Jahre lang war die Stadt durch Verpfändung habsburgisch, bis der schweizerische Teil 1803 zum Kanton Aargau gelangte. Stadtkirche, Rathaus, Johanniterkapelle erzählen ihre Geschichte...

BAD SÄCKINGEN

Bad Säckingen wurde erst in den 1970er Jahren, als der Säckinger Rudolf Eberle Wirtschaftsminister des Landes Ba-Wü war…zum BAD – Segen in der damaligen Zeit und Fluch seit der Gesundheitsreform mit Klinikschließungen...

(Tourismus GmbH Bad Säckingen, Waldshuter Straße 20, D - 79713 Bad Säckingen, + 49 (0)7761 568314, tourismus@badsaeckingen.de, www.badsaeckingen.de

Bad Säckingen liegt in einer S-Kurve des Rheins und bildete früher von zwei Rheinarmen umschlossen, eine Insel auf der der irische Wandermönch Fridolin im 6. Jahrhundert Fuß fasste. Aus der Einsiedelei wurde eines der mächtigsten Frauenstifte, deren Äbtissin Reichsfürstin wurde.
1173 wurden die Grafen von Habsburg Lehensherren der Stadt.
Um der Gewalt des Wassers zu trotzen, wurde 1343 der mächtige Gallusturm als Wellenbrecher errichtet, er trägt seien Namen vom Heiligen Gallus, dem es sogar gelang, wilde Bären zu zähmen, so sollte der Wasserturm wohl auch das Wasser zähmen...

Der Turm, dessen Mauerstärke 3,50 m beträgt, verjüngt sich aber nach oben auf bis zu 50 cm! Auf den drei Stockwerken des ungenutzten Gebäudes hat sich seit 1973 die Narrenzunft Bad Säckingen, ein ‚Bollwerk gegen Trübsal’ eingerichtet, das nicht nur zu fastnächtlichen Veranstaltungen ausgiebig genutzt wird, wie Vizezunftmeister Hannes Fischer zu berichten weiß.
Erst 1830 wurde der rechte Rheinarm zugeschüttet, Säckingen besaß ab dort keine Insel mehr.

Vom Gallusturm sieht man rheinaufwärts zum mächtigen Wasserkraftwerk – Zeugnis der industriellen Erschließung des Hochrheins, wo man in den 1970er Jahren neben dem Bau von etlichen Atomkraftwerken sogar eine Schiffbarmachung mit Kanalbauten vorgesehen hatte...
Rheinabwärts hat man die über 400 Jahre alte Holzbrücke, die mit 203,70 m längste überdachte Holzbrücke Europas im Blick. Lange Jahre konnte man im Einbahnstraßenverkehr über sie hinweg in die Schweiz fahren – wie immer ist ihre Geschichte auch mit dem Thema Schmuggel verbunden. Folgende Anekdote verdeutlicht dies: Am Säckinger Zoll stand ein kleines Wäldermaidele, das eben aus der Schweiz gekommen war. Nachdem es eine ganze Weile gewartet hatte, fragte der Zöllner freundlich: „Auf was wartest du denn noch?“ – „Uf d’Großmuetter!“ erwiderte es. „Ja, wo ist denn deine Großmutter?“ fragte der Zöllner weiter. Daraufhin schaute ihn das Kind treuherzig an und sagte: „D’Großmuetter isch uf de Bruckch hinter sellem Pfoschte un schteckcht no Schtümpe in d’Hose!“
(Hans Matt-Willmatt, Witz und Schnitz vom Hotzenwald, Lahr 1988³ / Hubert Matt-Willmatt, Hans Matt-Willmatt 1898 - 1978, Freiburg 2008).

Berühmt geworden ist Säckingen aber durch die Geschichte von Joseph Victor Scheffel (1826 - 1886 ebenda), der 1876 geadelt, seinen ‚Trompeter von Säckingen’ 1854 veröffentlichte. Der Stoff der Verbindung des Franz Werner Kirchhofer (1633-1690) mit der adligen Maria Ursula von Schönau (1632-1691) wurde 1884 zur Oper und 1918 in einem Stummfilm dargestellt. Das Grabmal befindet sich am Fridolinsmünster.
Im Hochrheinmuseum im Schloss Schönau ist die bedeutendste Trompetensammlung Europas zusammengetragen – das freut mich als Trompeter natürlich besonders – in jüngeren Jahren konnte ich sogar das Lied ‚Behüt dich Gott...’ auswendig spielen...
Der Platz vor dem Münster ist das belebte Zentrum der Stadt, in der Fuchshöhle lässt es sich, vom aufmerksamen Servicepersonal umsorgt und von der guten Küche verwöhnt, prima einkehren. Wenn schon Bad Säckingen, dann haben wir auch im Scheffelhof übernachtet – zuvor gab es aber noch einen ausgedehnten Abstecher in die habsburgischen Kernlande des Aaargaus.

BURG HABSBURG
(Tourismusbüro Info Region Brugg, Bahnhofplatz 11, CH 5200 Brugg, info@bruggregio.ch, www.bruggregio.ch, + 41 (0) 565605000)

1027 wurde sie von Radbot als Stammsitz der Habsburger errichtet, erst ab dem 12. Jahrhundert hat sie den Namen angenommen. Wohl kommt er von Hab oder Haw einer Furt über die Aare bei Altenburg oder doch von einem Habicht, der sich an diesem Ort niedergelassen haben soll?

Klein und überschaubar haben sie angefangen, die Habsburger, aber von hier aus hatte man alle Flussübergänge der Aare im Blick – im strategischen Denken waren sie von Anfang an stark. 1273 wird Rudolf von Habsburg römisch-deutscher Kaiser – ein schwacher Kaiser denken jene, die ihn gewählt haben – sie sollten sich täuschen!
Vor dem hinteren Teil der Burg ist im Burghof auf dem Boden ein Mosaik eingelassen, auf dem die weitreichende Herrschaft der Habsburger in km-Angaben eingelassen ist – beeindruckend!
Interessant ist für uns auch der ‚Habsburger Königsweg’ mit seinen sechs Audiostationen, die die Geschichte der Habsburger aus kleinen Anfängen bis zur Weltdynastie anschaulich werden lassen. Wie weitere vier Habsburger-Besitzungen ist auch die Stammburg im Besitz des Kantons Aargau.


SCHLOSS LENZBURG

Spannend und lebendig führt die Kuratorin Martina Huggel durch die Ausstellungsräume der mächtigen Lenzburg, in der sie seit 2008 mit großem Engagement wirkt. Hier profitierten die Habsburger geschickt vom Aussterben der Geschlechter der Lenzburger und Kyburger, bis sie schließlich von den Eidgenossen 1415 vertrieben wurden.
1340 beginnen sie als Demonstration ihrer Macht mit dem Bau des riesigen Ritterhauses, der dann Sitz ihrer Lehensleute wurde.

Wenn die Mauern erzählen könnten, denkt man oft – hier können sie es! Durch Ton- und Schattenbilder werden wichtige Szenen der Geschichte auf die Wand projiziert und vermitteln einen bleibenden Eindruck. Thematisch, bewusst nicht chronologisch, ist die Ausstellung gegliedert in die Räume Konflikt, Herrschaft, Hoftage, Baugeschichte, Erziehung usw.
Plötzlich rumort im Hintergrund der Schlossdrache Fauchi ... Eine Attraktion mit pädagogischen Mitteln für die Kinder, wie auch weitere Veranstaltungen, die an den Interessen der ganzen Familie ausgerichtet sind. Jährlich findet der große Mittelaltermarkt statt (16. – 18. September 2016). (www.ag.ch/lenzburg).
An weiteren Stationen sind natürlich das Schloss Wildegg zu nennen, das die Habsburger um 1200 gründeten – bis auch sie es 1415 verloren und es an Bern übergeht. (www.schlosswildegg.ch)
Das Schloss in Hallwyl (www.schlosshallwyl.ch) war Sitz der Familie, die für die Habsburger die Vorlande verwaltetet und danach und dadurch ebenso zu Macht und Einfluss kam.

Natürlich kann man das Kloster Königsfelden nicht umgehen..
1310 – 1312 wird das Kloster erbaut von der Königswitwe Elisabeth, deren Mann König Albrecht I. von seinem Neffen Johann ermordet wurde. Nach ihrem Tod in Wien bestimmte sie Königsfelden als ihre Ruhestätte.
Ihre Tochter Agnes, verwitwete Königin von Ungarn brachte das Kloster dann zur wirtschaftlichen Blüte, indem sie es zu einem außergewöhnliche Erinnerungsort der Habsburger werden ließ. Als Grablege sind hier bis 1770 elf Habsburger bestattet worden. Ein außerordentliche Frauengestalt der damaligen Zeit, an denen es den Habsburgern nicht mangelte! An den Glasfenstern des Klosters kann man sich lange verweilen.
Im Kloster finden kulturelle Veranstaltungen statt, so wie Ausstellungen – aktuell ‚In Grund und Boden – Auf den Spuren der Sempacher Ritter' (noch bis 31.10.2016) (www.klosterkoenigsfelden.ch)



Morgenstimmung auf dem Weg von Ferrette nach BaselBasel MünsterBasel Münster Grabplatte Anna Gertrud von HabsburgBasel Münster Grabplatte Anna Gertrud von HabsburgBasel MünsterBasel MünsterBasel MünsterBasel MünsterBasel RathausBasel RathausBasel RathausBasel RathausBasel RathausBasel UniversitätBaselBaselBasel Bronzeamazone an der Mittleren BrückeBasel MünsterBasel Mittlere BrückeBasel Les Trois RoisBasel Mittlere BrückeBaselBaselBaselBaselBaselBaselBaselBaselBaselBasel Barfüßer PlatzBasel Tingely BrunnenBasel KunstmuseumBasel MünsterplatzBasel Alte StadtmauerRheinfelden RheinbrückeDarstellung der Habsburg von 1642 durch M. Merian in der 'Topographia Helvetiae'HabsburgHabsburgHabsburgLenzburgLenzburgLenzburgLenzburgLenzburgLenzburgLenzburg KinderschwerterLenzburgLenzburg SchattenspielLenzburgBad Säckingen RheinbrückeBad SäckingenBad SäckingenBad SäckingenBad Säckingen Stadt - und TrompetenmuseumBad Säckingen TrompetenmuseumBad Säckingen TrompetenmuseumBad Säckingen Trompetenmuseum - Scheffels Original zum 'Trompeter' Bad Säckingen TrompetenmuseumBad Säckingen TrompetenmuseumBad Säckingen Gallus TurmBad Säckingen Kater HiddigeigeiBad Säckingen Grabmal des 'echten Trompeters' am MünsterBad SäckingenBad Säckingen Restaurant FuchshöhleBad Säckingen Restaurant FuchshöhleBad Säckingen Restaurant Fuchshöhle ZanderBad Säckingen Restaurant Fuchshöhle Risotto


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